„Inklusion direkt in die Stadtgesellschaft tragen“

Zukunftsweisender Neubau auf dem Hospital-Gelände

Auf dem ehemaligen Hospital-Gelände entsteht ein neuer Ort für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und besonders hohem Unterstützungsbedarf. In den zweigeschossigen Neubau werden zudem neben den Fördergruppen am Standort Heidelberg auch die Offenen Hilfen sowie der Vorstand, die Geschäftsstelle und das neu unter einem Dach zusammengefasste Finanz- und Rechnungswesen der Lebenshilfe Heidelberg einziehen. Mit einem feierlichen Spatenstich wurde der Baubeginn begangen.

Ort der sozialen Teilhabe

Auf einer Grundfläche von rund 750 Quadratmetern wird im Erdgeschoss des Gebäudes ein moderner Ort der sozialen Teilhabe mit insgesamt 26 Plätzen entstehen. Die Fördergruppen werden von erwachsenen Menschen besucht, die aufgrund ihres individuellen Assistenzbedarfs nicht oder noch nicht im Arbeitsbereich der Werkstatt begleitet werden können.

Sie kommen aus dem Wohnbereich oder dem häuslichen Umfeld tagsüber in die Gruppen, wo sie von Montag bis Freitag gemeinsam eine sinnvolle Tagesstruktur erleben können. So ließen es sich auch mehrere Klientinnen und Klienten der Fördergruppen nicht nehmen, gemeinsam mit den betreuenden Mitarbeitenden aus diesem Bereich beim Spatenstich für ihr neues Gebäude selbst mit vor Ort zu sein.

Förderung des Landes Baden-Württemberg

Die Lebenshilfe Heidelberg investiert rund 7,5 Millionen Euro in das Bauprojekt. Die Refinanzierung erfolgt über das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg, welches das Vorhaben mit rund einer Million Euro fördert, über die Eingliederungshilfe sowie zu einem beträchtlichen Anteil aus Eigenmitteln des Vereins.

Entworfen wurde das Gebäude vom Heidelberger Architekturbüro ap88, das über einen Zeitraum von elf Jahren die intensive Planungsphase betreut hat, und das zum Baubeginn zudem eine großzügige Zuwendung über 500 Euro für ein aktuelles Spendenprojekt der Lebenshilfe Heidelberg überbrachte. Die Umsetzung des Vorhabens übernimmt die Heidelberger Bauunternehmung A. Altenbach GmbH. Den Baugrund steuert die gemeinnützige Stiftung Lebenshilfe Heidelberg bei, die dem Verein Lebenshilfe Heidelberg e.V. das Grundstück für 100 Jahre zur Nutzung überlässt. Anlässlich des Spatenstichs überbrachte Siegbert Moraw als deren Vorstandsvorsitzender die Grüße der Stiftung.

Anliegen der Stadt Heidelberg wird umgesetzt

Mit dabei war auch die Leiterin des Heidelberger Amtes für Soziales und Senioren Angelika Haas-Scheuermann, die sich mit einem Grußwort der Stadt Heidelberg an die Gäste richtete. Wolfgang Thon, Vorstand der Lebenshilfe Heidelberg und geschäftsführender Leiter der Heidelberger Werkstätten, bedankte sich bei der Amtsleiterin für den langjährigen Einsatz in der Planungsphase des Projekts: „Ich weiß, dass es ein ganz besonderes Anliegen von Ihnen ist, endlich einen Ort für Menschen mit einer schweren und mehrfachen Behinderung hier im Stadtgebiet Heidelberg zu schaffen. Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen haben einen bedeutenden Anteil daran, dass wir heute hier stehen können.“

Neuerungen zum Vorteil der Klientinnen und Klienten

Nach der Fertigstellung des Neubaus werden zusätzlich zu den bereits heute am Standort Heidelberg betreuten Klientinnen und Klienten sowie geplanten Neuaufnahmen auch elf Personen vom Standort Sandhausen in das neue Gebäude wechseln. Diese wohnen bereits im Heidelberger Stadtgebiet, müssen aber momentan noch werktäglich nach Sandhausen fahren. Das wird sich mit dem Neubau zum Vorteil aller Beteiligten ändern.

Zudem werden auch die neuen Pflege- und Ruhebereiche sowie die ebenerdigen Ausgänge aus den Gruppenräumen ins Freie für ein neues Wohlbefinden jedes Einzelnen und im Gruppengefüge sorgen.

Inklusion in die Stadtgesellschaft tragen

„Anerkannte Werkstätten sollten eigentlich in einem Industriegebiet liegen und somit auch die Fördergruppen. Mit unserem Neubau sind wir hingegen mitten im Quartier in einem Wohngebiet, bei der Chapel - einem Raum der Stadtkultur -, und auch der Park ist nicht weit. So tragen wir Inklusion auch für Menschen mit schweren Behinderungen direkt in die Gesellschaft. Die Menschen werden damit sichtbar. Dafür sind wir als Lebenshilfe Heidelberg sehr dankbar“, betonte Wolfgang Thon, bevor mit dem gemeinsamen Spatenstich der offizielle Startschuss für das zukunftsweisende Bauvorhaben gegeben wurde. 

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