Großer Dank für Fachkompetenz, Empathie und unermüdliches Engagement
„Valentina kümmert sich um die Menschen, große und kleine Menschen, und das ganz unabhängig von Status und Behinderung. In jedem Vorhaben, in jedem Neuen und in jedem Alltag vergisst Valentina nie die Kinder, die wir als schwerbehindert oder komplex behindert bezeichnen. Sie hat vielen Menschen gut getan, mit ihrer Empathie, ihrer Fachkompetenz, ihrem unermüdlichen Engagement und ihrer unerschöpflichen Herzlichkeit“: Mit diesen Worten fasst Winfried Monz, Vorstand der Lebenshilfe Heidelberg, zusammen, was vielen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern durch den Kopf ging, als sich die Leiterin der Kindergärten Pusteblume mit einem gemeinsamen Morgenkreis im Haus in der Freiburger Straße, einer Veranstaltung in der benachbarten Kirche St. Thomas und beim anschließenden gemütlichen Zusammensein auf dem Außengelände der Pusteblume nach 30 Jahren in dieser Position in den Ruhestand verabschiedete.
Als im Februar 1996, nur zwei Jahre nach ihrem Einstieg, mit der Eröffnung eines Regelkindergartens unter dem Dach der Lebenshilfe Heidelberg aus dem Schulkindergarten ein Kindergarten für alle Kinder wurde, war dies noch lange keine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit. Heute, knapp drei Jahrzehnte später, ist klar: Das gemeinsame Spielen, Lernen und Erleben von Kindern mit und ohne Behinderung ist eine echte Erfolgsgeschichte. Und diese Erfolgsgeschichte ist in nicht voneinander trennbarer Einheit mit Valentina Schenk verbunden.
Morgenkreis als Start in einen emotionalen Tag
Mit gemeinsamem Singen und Tanz ging es am Vormittag im Abschieds-Morgenkreis los, und schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es ein emotionaler Tag in der Pusteblume werden würde. „Lass und Freunde sein“ wurde unter anderem gesungen, ein Lied, das sehr gut die unter Valentina Schenk stets an oberster Stelle stehende pädagogische Haltung widerspiegelt, die zum Leitspruch der Kindergärten wurde: „Wir wollen gemeinsam freudig wachsen und uns entfalten, so verschieden wir auch sind.“
„Ich habe da mal eine Idee“
Und auch in der gut besuchten Kirche ging es emotional weiter. Rund zwei Stunden lang erinnerten sich Weggefährtinnen und Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen, Eltern, vielfältige Kooperationspartner aus der Verwaltung und der Stadtgesellschaft, Vertreterinnen und Vertreter aus Vorstand, Aufsichtsrat und anderen Einrichtungen der Lebenshilfe Heidelberg sowie der Stiftung Lebenshilfe Heidelberg an gemeinsame Erlebnisse, zusammen erkämpfte Erfolge und an die Projekte, Meilensteine und Entwicklungen, die ohne das durchgehend hohe und zielstrebige Engagement von Valentina Schenk kaum denkbar gewesen wären.
Sozialbürgermeisterin Stefanie Jansen danke nicht nur für diese große Energie und Hartnäckigkeit, sondern erinnerte auch daran, wie Valentina Schenk den Begriff der Integration mit Leben füllte, als dieser noch keineswegs in aller Munde war. „Sie hat damit einen Kern geschaffen, der auch in viele andere Bereiche hineingetragen wurde“, so Jansen. Prof. Theo Klauß, Aufsichtsratsvorsitzender der Lebenshilfe Heidelberg, skizzierte noch einmal die Entwicklung von der ersten integrativen Gruppe - der Bärengruppe - 1996 bis hin zu der heutigen Einrichtung mit drei Häusern, einem Gebilde, das sich vor Nachfrage kaum retten kann. Stefanie Köb, Aufsichtsrätin der Lebenshilfe Heidelberg, die selbst ihre drei Kinder in der Pusteblume hatte, fasste die Einstellung von Valentina Schenk und ihr stetes Ringen um neue Lösungen für alle Herausforderungen treffend mit einem Satz zusammen, der von ihr sehr oft in all den Jahren zu hören war: „Ich habe da mal eine Idee!“.
Immer als Anwältin für die Kinder aufgetreten
Ein weiterer langjähriger Begleiter, Arnulf Amberg vom Staatlichen Schulamt Mannheim, betonte, wie Valentina Schenk trotz aller immer umfangreicher werdenden Management-Aufgaben nie den Fokus aus den Augen verloren habe: die Kinder. „Egal, um was es ging, sie hat sich immer zu Wort gemeldet hat und ist als Anwältin für ihre Kinder aufgetreten“, so Amberg. Grüße überbrachte auch Christof Ebinger von der überregionalen Frühförderstelle, und Thomas Bischofsberger und Christel Brunnengräber von der Graf von Galen-Schule dankten für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit. Besonders eng war der Austausch auch immer zwischen Valentina Schenk und den Eltern und Angehörigen aller Pusteblume-Kinder, die von ihr in jedem Schritt so intensiv wie möglich eingebunden wurden. Stefanie Alles vom Elternbeirat bedankte sich hierfür im Namen aller Eltern und betonte zudem, wie toll es auch aus Elternsicht ist, in welcher Form Familien von Kindern mit und ohne Behinderung in der Pusteblume zusammengebracht werden. „Inklusion muss gelebt werden, und Valentina Schenk hat es immer vorgemacht“, so Alles.
Musik-Medley und Video-Rückblick
Neben vielen Grußworten ging es auch in der Kirche stimmungsvoll zu. Mit einem Medley aus Liedern von „We will rock you“ bis „Wie ein Komet“, deren Texte allesamt auf den Anlass umgemünzt wurden, sorgte das Team der Kindergärten für gute Laune. Ein besonderes Highlight war zudem auch das aufwändig produzierte Video, mit dem der Pusteblume-Kollege Jörg Weber den Gästen noch einmal bildlich die vergangenen Jahrzehnte und viele schöne Momente auf diesem langen Weg vor Augen führte.
Zusammensein zum Abschied und gut gerüstet für die Zukunft
Nach einem großen Dank an alle Beteiligten durch Valentina Schenk gab es dann beim gemütliches Zusammensein bei leckerem Essen, Trinken und weiterer Musik auf dem Freigelände des Kindergartens in der Freiburger Straße noch viel Gelegenheit zum persönlichen Austausch und Abschiednehmen. Und wie Winfried Monz, Vorstand der Lebenshilfe Heidelberg, betont: „Valentina Schenk wäre nicht, was sie ist, wenn sie nicht zusammen mit Vorstand und Aufsichtsrat daran gearbeitet hätte, dass eine gute Übergabe stattfindet und eine Nachfolge tragfähig und rechtzeitig geklärt und berufen wird“. Diese wurde mit Heike Funk gefunden, die bislang die Hausleitung in der Kleinen Pusteblume innehatte, und die sich auf der Veranstaltung als künftige Leiterin vorstellte. Mit ihr wird es in eine Zukunft gehen, in der das Bewährte erhalten bleiben wird, aber auch neue Vorhaben umgesetzt werden.
Impressionen des Tages gibt es auch hier in unserer Bildergalerie.
Was die Rhein-Neckar-Zeitung über die Verabschiedung berichtete, können Sie hier nachlesen.
Ein ausführliches Portrait, ebenfalls aus der Rhein-Neckar-Zeitung, gibt es zudem unter diesem Link.

