„Das Herz des Hauses werden immer Menschen sein“

Fröhliches Fest zum 50. Jubiläum des Wohnhauses in Heidelberg

Mit einem sehr harmonischen und fröhlichen Fest beging die Lebenshilfe Heidelberg gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen, Freunden und Mitarbeitenden das 50-jährige Bestehen des Wohnhauses in der Freiburger Straße. Es war ein toller Nachmittag, der nicht nur viel Spaß machte, sondern auch eine ganze Reihe an Erinnerungen weckte.

Ein halbes Jahrhundert lang echtes Zuhause

Als 1975 die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in das damals noch „Wohn- und Klubhaus (WKH)“ genannte Gebäude einzogen, hätte keiner gedacht, dass der Wohnverbund der Lebenshilfe Heidelberg 50 Jahre später ein differenziertes Wohnangebot für rund 170 erwachsene Menschen anbieten würde. Und, auch wenn man sich das heute kaum noch vorstellen kann: Vor einem halben Jahrhundert war das, was heute selbstverständlich ist, noch etwas ganz Besonderes: Ein Haus für Menschen mit einer geistigen Behinderung, in dem diese nicht versteckt wurden – und das ihnen nicht nur ein Dach über dem Kopf bot, sondern Gemeinschaft und Unterstützung mitten in der Gesellschaft. Mit anderen Worten: Ein Haus, das zu einem echten Zuhause wurde, in dem gelebt, gelacht, gefeiert und manchmal auch gestritten wurde.

Insgesamt rund 120 Personen feierten bei zum Glück noch sehr schönem und sonnigem Wetter im Garten des Hauses den Jahrestag. Mit dabei waren auch der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Theo Klauß, die Aufsichtsrätin Anne-Kathrin Krieger, der Vorstand Winfried Monz sowie Siegbert Moraw von der Stiftung Lebenshilfe Heidelberg, die die Glückwünsche der jeweiligen Gremien überbrachten. Auch einige ehemalige Mitarbeitende, darunter auch die langjährige Leiterin des Hauses Elke Hessenauer, ließen es sich nicht nehmen, vorbeizuschauen und mitzufeiern.  

Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen der ersten Stunde geehrt

Das in den Jahren 2000 und 2018/19 renovierte und erweiterte Wohnhaus bietet heute 48 Menschen ein Zuhause. Vier davon, die noch zu den Bewohnerinnen der ersten Stunde gehörten, wurden angesichts des Jubiläums mit einer kleinen Ehrung bedacht: Irene Szcekalla, Margarete Brand, Ursula Förster sowie Anna Platz, die nicht anwesend sein konnte, und für die ihre Schwester das Präsent entgegennahm.

Ein ganz besonderer Dank ging an diesem Tag auch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Zusammen mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern seid Ihr das Herz des Hauses. Ihr seid Bezugsperson, Zuhörer für alle Sorgen, manchmal Antreiber und Animateure und manchmal auch Detektive, wenn mal wieder ein Schlüssel verloren wurde. Das Wichtigste hier im Haus sind nicht die perfekten Abläufe, sondern Geduld, Humor und Menschlichkeit. Und das bringt Ihr alle jeden Tag mit“, bedankte sich Alexander Rupp, geschäftsführender Leiter des Wohnverbunds, bei seinem Team.

Schon besonders lange mit an Bord sind die Hauswirtschaftsleiterin Heike Kress, die vor 32 Jahre anfing, und Frauke Weidhase, heute Bereichsleiterin des Hauses, die vor 28 Jahren bei der Lebenshilfe Heidelberg einstieg. Auch sie beide wurden für ihr langjähriges Engagement mit einem Blumenpräsent geehrt.

Buntes Programm und Blick in die Zukunft

Mit Gegrilltem, Pommes und Salaten war für das leibliche Wohl bestens gesorgt und auch weitere Programmpunkte kamen bei Bewohnern und Gästen gut an. Mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Lebenshilfe Heidelberg hatte die Kunsttherapeutin Barbara Schmidt in einem offenen Projekt eine farbenfrohe Figur im Stil der berühmten Nana-Figuren von Niki de Saint Phalle gefertigt, die an ihrem neuen Standort im Garten des Wohnhauses enthüllt wurde. Mit einer Vorführung von Zaubertricks sorgte Uwe Zintel, selbst Bewohner in der Freiburger Straße, für Unterhaltung, und bei einer Bastelaktion wurden bunte Bilderrahmen gestaltet für Polaroid-Fotos, die auf dem Fest geschossen wurden. Kurz vor Ende der Feier kam dann auch noch ein Eiswagen vorbei, bei dem sich alle Bewohnerinnen und Bewohner eine Portion abholen konnten.

Wie geht es weiter in der Freiburger Straße? Diese Frage stellte sich auch Alexander Rupp in seiner Ansprache an die Festgäste: „Was wird sich noch verändern, was bringt uns in Zukunft die KI, haben wir z.T. Roboter im Einsatz? Vielleicht. Aber was für mich sicher ist, auch wenn wir uns um Fachkräfte bemühen müssen: Das Herz des Hauses werden immer Menschen sein, die füreinander da sind“, so der optimistische Blick in die Zukunft.

zurück