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Programmierung und Behinderung sind keine Gegensätze

  • SAP SE richtete in den Heidelberger Werkstätten erstmals Programmier-Workshop für Menschen mit Behinderung aus
  • Pilotprojekt im Rahmen der EU CodeWeek ein voller Erfolg für beide Seiten

Heidelberg, 24.10.2019. Vom 5. bis 20. Oktober war es wieder so weit: Im Rahmen der EU CodeWeek drehte sich europaweit in  Projekten von Initiativen, Privatpersonen, Firmen und Schulen alles um die spielerische Vermittlung von Programmierung und Computerwissen. Eine besondere Station des Softwareunternehmens SAP SE in diesem Jahr: die Werkstatt für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Heidelberg.

Mit der Einführung von Menschen mit Behinderung einer Werkstatt in die einfache, aber mächtige grafische Programmiersprache Snap! betraten sowohl die Experten von SAP als auch die Teilnehmer an dem halbtägigen Workshop Neuland.Schnell wurde klar: Lernschwierigkeiten und das Erlernen einer Programmiersprache müssen keine Gegensätze sein. Zum Einsatz kam an dem abwechslungsreichen Vormittag im Computer- und Fortbildungsraum der Werkstatt in der Freiburger Straße die Programmiersprache Snap!. Diese wurde von einem Forscherteam der kalifornischen Universität Berkeley entwickelt, um zu beweisen, dass sich ein einfacher Aufbau und seriöse Informatik nicht ausschließen.

Lust auf Neues und Spaß am Experimentieren

Das bedeutet: Zum Programmieren mit Snap! sind keine Vorkenntnisse nötig, sondern nur Lust darauf, etwas Neues zu erlernen und Spaß am Experimentieren. Von beidem brachten die acht Teilnehmer, die den Berufsbildungsbereich (BBB) der Heidelberger Werkstätten besuchen, eine große Portion mit und so ging es nach einer kurzen Einführung direkt in die Umsetzung. In einem ersten Projekt wurden die eigenen Initialen gezeichnet, mit einer Füllfarbe ausgefüllt und mit Effekten versehen, in einem zweiten Projekt entstanden grafisch anspruchsvollere bunte Animationen, die sich die Kursteilnehmer selbst ausdenken konnten. Anders als andere Programmiersprachen setzt Snap! nicht auf komplizierte Kombinationen von Zahlen, Buchstaben und Symbolen, sondern baut auf grafischen Blocks auf, die durch Drag-and-Drop so angeordnet werden, dass das gewünschte Ergebnis entsteht.

Eigenständigkeit der Teilnehmer überraschte

„Was mir sofort aufgefallen ist: Es gab bei den Teilnehmern überhaupt keine Technikfeindlichkeit“, stellte Jens Mönig fest, der als einer der leitenden Entwickler Snap! mit geschaffen hat. „Sehr gut hat mir auch gefallen, wie eigenständig und aktiv von allen experimentiert wurde, ohne sich darauf zu fokussieren, was vorgegeben wird oder was der Nachbar macht. Das ist bei unseren Teilnehmern ohne Behinderung nicht immer der Fall.“ Gemeinsam mit seiner Kollegin Jadga Hügle, die als zweite Trainerin in der Werkstatt dabei war, führt Mönig bei SAP Snap!-Workshops für unterschiedliche Zielgruppen durch und besucht im Rahmen der EU CodeWeek Schulen und Einrichtungen in ganz Europa. Andrea Hübner, die als Projektleiterin bei SAP die Programmierveranstaltungen in den internationalen Schulungszentren von SAP organisiert, zeigte sich ebenfalls begeistert: „Mich hat vor allem überrascht, wie lange und wie gut sich die Teilnehmer konzentrieren konnten. Sie waren den ganzen Kurs über mit viel Spaß und Aufmerksamkeit bei der Sache.“

„Auch wir haben uns anfangs gefragt, ob Programmieren mit unseren Teilnehmern funktionieren wird. Aber: Der heutige Tag hat gezeigt, es funktioniert großartig“, freute sich auch Thomas Diehl, Vorstand der Lebenshilfe Heidelberg. „Wir sind dankbar, dass SAP den Menschen diese Möglichkeit eröffnet hat, Neues zu entdecken, und freuen uns schon auf hoffentlich weitere Projekte in der Zukunft.“ Der geschäftsführende Leiter der Heidelberger Werkstätten, Wolfgang Thon, dankte Christian Stumpf, Projektmanager bei SAP, auf dessen Initiative hin der Kontakt zustande kam.  

Pressekontakt:

Katrin Kanellos
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lebenshilfe Heidelberg e.V.
Tel.: (06221) 339 23-13
E-Mail: katrin.kanellos(at)lebenshilfe-heidelberg.de

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