Gefühle ausdrücken, etwas erschaffen

Wie ein Blick in eine andere Welt sind manche Bilder von Menschen mit Behinderung. Vielen Menschen haben das Bedürfnis, ihre Phantasie auszuleben, etwas Bleibendes zu schaffen. Häufig erzählen diese Bilder Geschichten, zeigen, was den Menschen, der sie gemalt hat, gerade beschäftigt.

"Freundschaft" heißt etwa dieses Bild einer 57 Jahre alten Frau. Der Hund und das Schaf, die sie gemalt hat, sind befreundet, erzählt sie – obwohl der Hund nur bellen kann und das Schaf nur "Mäh, mäh" macht. Das ist etwas Außergewöhnliches, meint sie. Auch die Künstlerin lebt mit einer Frau zusammen, die nicht sprechen kann. "Trotzdem mag ich sie gerne."

Die Lebenshilfe Heidelberg bietet Menschen, die ihre Angebote nutzen, verschiedene Möglichkeiten, kreativ zu werden. Näheres zur Kunstgruppe lebensKUNST erfahren Sie hier.

"Mein Zuhause"

Norbert Kraus, Jahrgang 1949, hat sein Zuhause gemalt. Er lebt in einer Außenwohngruppe. "Hier hat jeder seinen eigenen Bereich", sagt er. "Wie die Menschen auf meinem Bild, wo jeder sein eigenes Haus hat. Jedes sieht ein bisschen anders aus."

Selbstporträt mit Mundharmonika

Für Roswitha Weigel, Jahrgang 1951, ist das Malen zu einer Art Sprachrohr für Erlebtes geworden. Sie setzt sich dadurch mit Erfahrungen und Lebenssituationen auseinander. Gerne kombiniert sie Bilder und Schrift und hat so einen guten Weg gefunden, Dinge zu verarbeiten.

Neben dem Malen ist Roswitha Weigel Musik sehr wichtig. Sie spielt leidenschaftlich gern Mundharmonika.