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Einblick in die inklusive Kleinkindgruppe

Die Kinder der Gruppe "Löwenzähnchen" betrachten ein Bilderbuch.

Jorin, 3 Jahre, hat das Down-Syndrom. Als er ein Jahr alt war, kam er in den Kindergarten „Kleine Pusteblume“ zu den „Löwenzähnchen“. In diese Gruppe gehen acht Kinder, davon zwei, wie Jorin, mit Sonderförderbedarf. Jorins Mutter Carmen Hofmeister, selbst Sonderpädagogin von Beruf, ist vom Konzept begeistert: 

„Schon die Allerkleinsten lernen hier, achtsam miteinander umzugehen. Das ist nicht selbstverständlich, denn es setzt eine wertschätzende und aufmerksame Haltung der Erzieherinnen voraus. Das findet man so nicht in jedem Kindergarten.“

Jorin lernt essen

Auch die Nähe zu den Therapeuten schätzt Carmen Hofmeister. Physio- und Ergotherapeuten wie Logopäden haben ihre Räume im Kindergarten. Nachmittagstermine in entfernten Praxen, lange Stunden in Wartezimmern werden dadurch auf ein Minimum reduziert. Für Carmen Hofmeister und ihren Mann, die beide berufstätig sind, ist das eine große Entlastung.

Die hauseigenen Therapeuten arbeiten ganz in der Nähe der Gruppen und teilen ihre Beobachtungen zeitnah den Erzieherinnen mit. Die Erzieherinnen erfahren also ganz ohne Umwege, wie sie den kleinen Jorin halten und ihm das Essen reichen sollen. Erkenntnisse aus der Therapie werden nahtlos in den Alltag integriert, und die Kinder werden optimal gefördert.

Und so stellte seine Mutter eines Tages erstaunt fest, dass Jorin bei den „Löwenzähnchen“ seinen Brei alleine aß – lange bevor er das zu Hause probierte. „Er hat hier ein perfekt auf ihn zugeschnittenes Stühlchen und einen breiteren Löffel“, freut sie sich.

Marlene streichelt Jorin

Jorins Erzieherinnen verfolgen ein klares pädagogisches Konzept. „Wir wollen mit den Kindern und Eltern freudvoll einen Teil ihres Weges gehen“, sagt Diana Bannenberg, neben Regina Schneider die Leiterin der „Löwenzähnchen“. Sie messen die Kinder nicht daran, was sie in ihrem Alter schon können müssen, sondern versuchen, die Stärken eine jeden Einzelnen hervorzuheben. Oder, wie es Diana Bannenberg ausdrückt: „Bei uns ist Vielfalt normal.“ 

„Unsere Kinder sind individuell – und dürfen es hier auch sein“, sagt Mutter Carmen Hofmeister. „Das nimmt uns Eltern den Druck, irgendeine Norm erfüllen zu müssen.“

Nicht nur die Kinder, auch die Eltern der „Löwenzähnchen“ fühlen sich als ernstgenommene Partner. Ein Beispiel für die gute Kommunikation sind die kleinen Fotoalben, die den Krippenalltag dokumentieren. 

Auf den Bildern ist zu sehen, wie Freundschaften und Spielsituationen zwischen den Kindern entstehen. Wie die kleine Marlene den noch kleineren Jorin streichelt, wie Jorin sich an Johanna kuschelt und lacht. Wie Jorin mit seinem Freund gemeinsam Bilderbücher betrachtet oder sich über den ersten Schnee freut.

Carmen Hofmeister bekommt auf diese Weise viel von Jorins Alltag mit, auch wenn er später sprechen lernt als die anderen Kinder. Sie stellt fest: „Es gibt noch so viele andere Ausdrucksmöglichkeiten als die gesprochene Sprache!“