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„Kunst ist Inklusion"

  • Jahresempfang beleuchtet die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung durch Kunst und Kreativität 
  • Vielfältige Projekte mit Förderbedarf

Heidelberg, 15.03.2018. Unter dem Namen lebensKUNST stehen bei der Lebenshilfe Heidelberg künstlerische Aktivitäten schon seit vielen Jahren hoch im Kurs. Diese werden nun auf dem Jahresempfang der Lebenshilfe Heidelberg und der Stiftung Lebenshilfe Heidelberg am 26. März vorgestellt. Ein Vortrag des Schauspielers und ehemaligen Mitglieds des Deutschen Ethikrats Dr. Peter Radtke beleuchtet darüber hinaus, wie Behinderung nicht nur seine eigene Bühnenkarriere, sondern auch das Werk berühmter Maler, Komponisten und Dichter geprägt und teilweise sogar erst ermöglicht hat. Das Thema des Abends: „Kunst ist Inklusion“.

Bereits seit vielen Jahren bietet die Lebenshilfe Heidelberg den Beschäftigten der Heidelberger Werkstätten, den Bewohnern des Wohnverbundes, den Kindern der Kindergärten Pusteblume und den Kunden der Offenen Hilfen eine Reihe unterschiedlicher Kunstaktivitäten an. Einzeln oder im regelmäßigen offenen Atelier, in Workshops und Gruppen werden die Teilnehmer in ihrem kreativen Ausdruck angeregt, begleitet und individuell gefördert. Neben der Vermittlung verschiedenster Techniken steht hierbei vor allem das Entdecken und Entwickeln der eigenen Schaffenskraft im Vordergrund. In regelmäßigen regionalen und überregionalen Ausstellungen und Aktionen präsentieren die Lebenshilfe-Künstler ihre Ergebnisse in der Öffentlichkeit und tragen so ihr Wirken in die Gesellschaft hinein. Hierbei erleben die Teilnehmenden Anerkennung und neue Begegnungen mit Menschen aus allen Lebensbereichen und können im Dialog mit ihrer Umwelt zeigen, was in ihnen steckt an Kreativität, Ideen und Talenten.

‚Outsider Art‘ mit oft überraschender Bildsprache

„Inzwischen wissen wir aus zahlreichen Projekten, dass alle Menschen unabhängig von einer Behinderung sehr eigenständig und motiviert arbeiten, sich auf teils sehr unerwartete Weise ausdrücken und ihren ganz individuellen Stil entwickeln können, wenn ihnen die Möglichkeit gegeben wird, künstlerisch tätig zu sein“, erklärt Thomas Diehl, Vorstand der Lebenshilfe Heidelberg. Für die hieraus resultierenden Werke mit ihrer oft sehr eindringlichen und überraschenden Bildsprache hat sich eine eigenständige Szene herausgebildet, die oft als „Outsider Art“ bezeichnet wird. Deren wesentliches Kennzeichen ist weniger ein definierter Kunststil als vielmehr die Tatsache, dass es sich um Werke von Menschen mit einer eigenen Bildsprache handelt, die neue Sichtweisen jenseits etablierter Formen und Strömungen vermitteln.

Aus ihrer – auch gesellschaftlich – eigenen Perspektive beleuchten die Künstler ihre Realität und können diese mit anderen teilen und zugänglich machen. Dies ermöglicht ihnen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen, die ihnen sonst oft verwehrt bleiben würde. Und auch für die Besucher der Ausstellungen und die Mitarbeiter der Kooperationspartner, Unternehmen und Einrichtungen, mit denen diese organisiert werden, ist der Kontakt mit der Kunst von Menschen mit einer geistigen Behinderung oft eine ganz neue und nicht selten überraschend positive Erfahrung.  

Die Kunst dient somit auch als Mittel, um Brücken zu schlagen, Inklusion in beide Richtungen voranzutreiben und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. „Aus unserer Sicht ist es sehr wichtig, dass dieser Prozess weder eine einfache Anpassung der Kunst der Menschen mit Behinderung an die Normen der Gesellschaft bedeutet, noch, dass eventuelle Mitleidseffekte im Vordergrund stehen. Vielmehr geht es darum, dass die individuellen Stärken und Besonderheiten des Einzelnen zur Geltung kommen und dass sich die Betrachter von den Werken inspirieren und beeindrucken lassen wie von allen anderen Kunstwerken auch“, betont Thomas Diehl.

Starke Partner gesucht

Um diesen Austausch weiter voranzutreiben und die Kunstaktivitäten auch in Zukunft gewinnbringend für alle zu gestalten zu können, benötigen die Lebenshilfe Heidelberg und die Stiftung Lebenshilfe neben den notwendigen finanziellen Mitteln auch starke Partner aus der Gesellschaft, die in den Austausch mit den Künstlern mit Behinderung treten möchten. Von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg über den SV Sandhausen und die Rechtsanwaltskanzlei Tiefenbacher bis hin zum Märchenparadies auf dem Königstuhl, den Büchereien in Hockenheim und Sandhausen und den Banken in der Region konnten bereits viele Kooperationspartner aus unterschiedlichen Bereichen gewonnen werden.

Der diesjährige Jahresempfang soll auch dazu dienen, diese Kontakte zu vertiefen und neue Förderer, Interessierte und Mitstreiter für die Kunst von Menschen mit Behinderung und die Idee der Inklusion durch Kunst zu gewinnen. „Mit lebensKUNST konnten wir uns in den letzten Jahren mit vielen lokalen und regionalen Akteuren vernetzen und durch gemeinsame Aktionen viele Win-Win-Situationen für alle Beteiligten schaffen. Dies möchten wir noch weiter ausbauen und freuen uns auf zahlreiche neue Begegnungen und einen intensiven Austausch auf der Veranstaltung“, so Lebenshilfe-Vorstand Diehl.

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Pressekontakt:

Katrin Kanellos
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lebenshilfe Heidelberg e.V.
Tel.: (06221) 339 23-13
E-Mail: katrin.kanellos@lebenshilfe-heidelberg.de