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Kinder mit Behinderung: Eltern helfen Eltern

  • Internationaler Tag der Familie am 15. Mai wirft Schlaglicht auf Familien von Kindern mit Behinderung
  • Lebenshilfe Heidelberg organisiert vielfältige Selbsthilfeangebote
  • Neue Termine für Elterntreff und Elternstammtisch

Heidelberg, 09.05.2016.Ob groß oder klein, eng verbandelt oder weitläufig verstreut, klassisch aufgestellt oder in der Patchwork-Variante: Wie auch immer sie sich zusammensetzt, für die allermeisten Menschen spielt die Familie eine zentrale Rolle im Leben. Daran erinnert, wie jedes Jahr, der Internationale Tag der Familie am 15. Mai. Von der UN ins Leben gerufen, soll dieser den gesellschaftlichen Rückhalt für Familien stärken. Besonders wichtig ist dieser Rückhalt, wenn ein Kind besondere Unterstützung braucht, weil es eine Behinderung hat. Um hier von Beginn an einfach und unkompliziert zu helfen und zu beraten, setzt die Lebenshilfe Heidelberg auf ein dichtes Netz aus Angeboten von Eltern für Eltern.

Ein Kind mit einer Behinderung stellt die Eltern oftmals nicht nur auf die Probe, sondern vor allem auch vor viele unbeantwortete Fragen. Darüber, was in diesem Fall alles auf sie zukommt, machen sich die meisten werdenden Eltern keine großen Gedanken – bis sie, oft von einem Moment auf den anderen, selbst erfahren, dass ihr Kind besondere Bedürfnisse hat.

Und ebenso schnell beginnt sich das Karussell im Kopf zu drehen: Was hat unser Kind überhaupt für eine Behinderung? Was bedeutet das? Wer gibt uns Halt und Hilfestellung? Wie wird unser Kind am besten gefördert? Wie sieht es eigentlich mit der finanziellen Unterstützung durch Behörden und Institutionen aus? Und wie wird unser Umfeld reagieren? Diese und unzählige andere Unsicherheiten versteht niemand so gut wie Eltern, die sich diese Fragen schon einmal selbst beantwortet haben.

Netzwerk an niederschwelligen Angeboten

Für alle Mütter, Väter und Verwandten von einem Kind mit Behinderung, die sich gerne an andere erfahrene Eltern wenden möchten, haben die Offenen Hilfen der Lebenshilfe Heidelberg ein Netzwerk aus niederschwelligen Selbsthilfeangeboten ins Leben gerufen – vom Eltern-Beratungs-Telefon über den Elterntreff bis hin zum regelmäßigen abendlichen Stammtisch.

Eine der ehrenamtlichen Helferinnen, die den Fragenden gerne ein offenes Ohr leiht und jede Menge konkrete Tipps geben kann, ist Steffi Groh. Sie ist Mutter von drei Kindern, von denen zwei eine Behinderung haben. „Meine Tochter ist blind und mein Sohn hat eine geistige Behinderung. Alle meine Kinder sind besonders und zeigen uns das täglich erneut. Genau das ist es, was uns die Kraft gibt, um alle Hürden im Alltag zu meistern“, erzählt die Heidelbergerin. „Diese Erfahrung möchte ich gerne an andere Eltern weitergeben. Oder einfach nur für sie da sein.“

Prinzip der Selbsthilfe: Gegenseitig stärken und austauschen

Gerade für Eltern und Angehörige von Kindern mit Behinderung ist es – ergänzend zur professionellen Unterstützung von außen – sehr wichtig, sich gegenseitig in ihrer besonderen Situation zu stärken und auszutauschen. Besondere Situationen können hierbei nicht nur die Zeit schon vor der Geburt oder die ersten Lebensmonate sein, sondern auch alle anderen Übergangssituationen im Leben des Kindes, die Fragen rund um den Umgang mit dem Thema Behinderung aufwerfen. Das kann die Entscheidung sein, welche Schule die richtige ist, die Frage, wie man am besten eine bezahlbare Ferienbetreuung organisiert oder die Sorge, wie und wo das Kind passende Spielpartner findet.

Und auch für die Angehörigen selbst gibt es einige Herausforderungen zu meistern: Welche Angebote gibt es für Geschwisterkinder? Wie kann der Umgang mit weiteren Bezugspersonen, etwa den Großeltern, am besten gestaltet werden? Und was bedeutet die Behinderung des Kindes eigentlich für die eigene Paarbeziehung? Zu all diesen Themen können die Eltern, die sich ehrenamtlich bei der Lebenshilfe engagieren, aus ihrer eigenen Erfahrung heraus wertvolle Anregungen weitergeben.

Elterntreff und Elternstammtisch: Termine und Kontakt

Wer Lust darauf hat, andere Eltern nicht nur telefonisch, sondern auch persönlich kennenzulernen, ist beim Elterntreff richtig, den die Lebenshilfe Heidelberg alle zwei Monate am Freitagvormittag bei den Offenen Hilfen in der Heinrich-Fuchs-Str. 73 in Heidelberg-Rohrbach organisiert (nächste Termine: 16. September und 11. November). Gelegenheit zum abendlichen Austausch in geselliger Runde bietet zudem der Elternstammtisch im Kleinen Pfaffen in Heidelberg-Pfaffengrund, der ebenfalls alle zwei Monate, jeweils am Donnerstagabend stattfindet (nächste Termine: 13. Oktober und 15. Dezember).

Fragen rund um alle Angebote von Eltern für Eltern beantwortet Ann-Mari Reiche von den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Heidelberg, die auch die richtigen Ansprechpartner beim Eltern-Beratungs-Telefon vermittelt (Telefon: (06221) 339 23-15; E-Mail: ann-mari.reiche@offene-hilfen-heidelberg.de).

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Pressekontakt:

Katrin Kanellos
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lebenshilfe Heidelberg e.V.
Tel.: (06221) 339 23-13
E-Mail: katrin.kanellos@lebenshilfe-heidelberg.de