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Eine besondere Einrichtung für besondere Menschen

  • Tag der offenen Tür in Sandhausen: Angebot der „Gruppe Autismus“ wurde vorgestellt

Heidelberg, 20.11.2017. Die „Gruppe Autismus“ der Lebenshilfe Heidelberg ist eine Besonderheit in der Region: Für insgesamt sechs Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung steht ein eigenes, ganz auf ihre speziellen Bedürfnisse ausgerichtetes Gebäude zur Verfügung, in dem sie intensiv betreut und gefördert werden. An einem Tag der offenen Tür konnten sich nun Eltern, Angehörige und Fachleute vor Ort ein eigenes Bild von dem innovativen Angebot machen.

„Wir sind so froh, endlich etwas wirklich Passendes für unseren Sohn gefunden zu haben“, freuten sich die Eltern eines Teilnehmers, die lange auf der Suche nach einer adäquaten Betreuung waren und nun in Sandhausen fündig wurden. Das Besondere des 2014 als Modellprojekt ins Leben gerufenen Angebots: Kleine Gruppen, individuelle Betreuung, klare Strukturen, eine reizberuhigte Umgebung und sinnvolle Tätigkeiten, die anhand praxiserprobter Methoden den besonderen Ansprüchen der Teilnehmer gerecht werden.

Möglich ist dies alles auf der Basis einer Vereinbarung zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis, der Stadt Heidelberg und den Heidelberger Werkstätten der Lebenshilfe. Und: Es gibt viel Platz. Neben Küche und Sanitärbereich gibt es sechs weitere Räume und einen großen Gartenbereich – genug Raum also, damit jeder Teilnehmer seine Eindrücke auf seine eigene Weise verarbeiten kann und die Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung hat, die er benötigt.

Klare Strukturen und neue Wege der Kommunikation

Beim Tag der offenen Tür waren in den freundlich eingerichteten Räumen eine Reihe kreativer Arbeiten zu bewundern, die in der Gruppe hergestellt wurden. Insbesondere die spezielle Herangehensweise bei der Herstellung der ausgestellten bunten Schlüsselanhänger, Lavendelsäckchen, Gartendekorationen und Mosaikfliesen weckte das Erstaunen vieler Besucher: „Damit die Teilnehmer die Arbeiten durchführen können, ist es wichtig, dass jeder einzelne Arbeitsschritt vorstrukturiert ist. Denn Menschen mit Autismus benötigen übersichtliche und für sie klar erkennbare Handlungsanleitungen“, erklärte Silke Sauter, langjährige Mitarbeiterin des Projekts.

Auch was die Kommunikation angeht, gilt es für die Mitarbeitenden, neue und innovative Wege einzuschlagen, um den Teilnehmern wirklich gerecht zu werden. „Wer nicht sprechen kann, hat dennoch etwas zu sagen!“ steht auf einem Schild, darunter ein Tablet-Computer und Bildkarten, die als Hilfsmittel genutzt werden können, um sich mitzuteilen. Weil sich die Menschen mit Autismus oft sprachlich nicht ausdrücken, ist es wichtig, andere Formen der Kommunikation aufzutun – hier bieten die Methoden der so genannten Unterstützten Kommunikation breite Möglichkeiten. „Es ist in unserer täglichen Arbeit mit den Menschen immer ein bisschen wie Schatzgräber-Sein“, verdeutlichte Silke Sauter mit einem Lächeln. „Man muss viel ausprobieren und immer am Ball bleiben.“

Ort der Entfaltung

„Mittlerweile gibt es unser ‚Tagesstrukturierendes Angebot für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung‘, so der offizielle Name der Gruppe Autismus, seit etwa vier Jahren. In dieser Zeit konnten wir viele wertvolle Erfahrungen sammeln, auf deren Basis wir das Angebot gerne in die Zukunft führen möchten“, erklärte Wolfgang Thon, Leiter der Heidelberger Werkstätten. „Wir sind sehr froh, dass es uns gemeinsam mit den Leistungsträgern gelungen ist, den Menschen dieses Angebot machen zu können, mit dem sie sich wohlfühlen, mit dem sie sich entfalten können und das auch die Eltern und Angehörigen unterstützt“, fasste es Thomas Diehl, Vorstand der Lebenshilfe Heidelberg, zusammen.

Bei allen Fragen rund um das Angebot der „Gruppe Autismus“ können sich Interessenten an Astrid Cleres-Banholzer von den Heidelberger Werkstätten wenden (Telefon 06221/3490-42, E-Mail: cleres@hd-werkstaetten.de).

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Pressekontakt:

Katrin Kanellos
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lebenshilfe Heidelberg e.V.
Tel.: (06221) 339 23-13
E-Mail: katrin.kanellos@lebenshilfe-heidelberg.de